1999 ließ der britische Designer Lee Alexander McQueen das Model Shalom Harlow zwischen zwei Roboterarmen rotieren. Die sich bedrohlich bewegenden Arme besprühten das Model mit Farbe und machten das Finale der Show für die Herbst/Winter-Kollektion emotional und gleichzeitig visionär. Es war ein Ausblick, wie Technik und Technologie – wie könnte es anders sein – auch die Textilbranche verändern sollten. Heute, 21 Jahre später, ist der digitalisierte Einkauf von Mode und Textilien, der Einsatz künstlicher Intelligenz und BigData Normalität geworden. Digitale Schnittmusterprogramme und 3-D Simulationen aus der Produktion nicht mehr wegzudenken.

Eine andere Entwicklung hat ebenfalls in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass die Textilbranche tiefgreifende Veränderungen meistern muss: es wird zunehmend danach gefragt, wo die Rohstoffe für die Textilien herkommen, wer sie näht und welchen Weg das Kleidungsstück genommen hat. Nachhaltigkeit, Klimawandel, Abfallreduktion und Arbeitsbedingungen sind zu relevanten Themen geworden.

Blockchain verbindet Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Seit gut einem Jahr arbeiten wir mit dem Unternehmen IBM, einem der weltweit führenden Unternehmen im IT-Bereich, konkret an Möglichkeiten der Digitalisierung unserer Lieferkette. Ende 2019 fand ein erster Workshop bei IBM statt und im Frühsommer 2020 führten wir gemeinsam mit unseren Partnern und IBM einen weiteren Workshop durch. Es zeigte sich, dass es möglich ist, auch für die Textilindustrie eine Blockchain zu entwickeln – analog zu bestehenden Lösungen für die Lebensmittelindustrie oder die Herstellung von Auto-Batterien. Ziel des Projekts ist die Schaffung von Transparenz von der Faser bis zum Endprodukt und die Rückverfolgbarkeit aller in der Produktion eingesetzten Materialien. Und das nahezu fälschungssicher und abrufbar innerhalb von Sekunden. Dafür werden die für alle Beteiligten einsehbaren Daten einer Transaktion in Blöcken (blocks) erfasst und in Form einer unveränderbaren chronologischen Kette (chain) gespeichert. Wechselt ein Wirtschaftsgut den Eigentümer, so ist auch dies automatisch innerhalb der Blockchain ersichtlich.

Erste Ergebnisse bis Ende 2020

Innerhalb von ca. 10 Wochen werden wir nun gemeinsam mit IBM und unseren Partnern einen ersten Prototypen, ein so genanntes minimal realisierbares Produkt (Minimum Viable Product - MVP) entwickeln. Gleichzeitig sollen die entwicklungspolitischen Möglichkeiten einer Blockchain-Lösung herausgearbeitet werden.

Mit Hilfe der Blockchain können unsere Kunden dann mittels eines QR-Codes den Weg des Kleidungstückes innerhalb von Sekunden abrufen und nachverfolgen - von der Bio-Baumwolle aus Uganda bis hin zur fertigen Workwear beim Kunden. Und das nahezu fälschungssicher! Folgende Schritte unserer Lieferkette werden dafür abgebildet:

 

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