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Natürliche Schädlingsbekämpfung durch Nützlingszucht

Biologischer Anbau ist harte Arbeit - dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Anbau von Gemüse, Obst oder Baumwolle handelt. Die Härte der Arbeit resultiert aus zahlreichen Faktoren, die den biologischen vom konventionellen Anbau unterscheiden. Dazu zählt das Verbot von chemischen Düngemitteln. Es wird mit Mist und Kompost gedüngt, was den Humusanteil des Bodens erhöht, der so mehr Wasser und CO2 speichern kann. Zudem muss ein Fruchtwechsel eingehalten werden. Unsere Baumwollbauern in Uganda und Kirgisistan wechseln von Baumwolle zu grünem Rettich, Chilis, Mais oder Süßkartoffeln. Dies dient der Bodenpflege und beugt der Vermehrung von Schädlingen und Krankheiten vor. Auch die gleichzeitige Aussaat weiterer Pflanzen vermeidet unnötigen Spritzmitteleinsatz. So ziehen Sonnenblumen um die Baumwollfelder herum Schädlinge wie den Baumwollkapselkäfer an und verhindern so einen Befall der Baumwollpflanzen.

 

Hohe Temperaturen – harte Arbeit

Ein weiterer aufwändiger Schritt ist die Baumwollernte von Hand – bei hohen Temperaturen und brennender Sonne müssen die Pflücker mehrmals, jeweils nach Aufplatzen der Baumwollkapseln über die Felder gehen und ernten. Chemische Entlaubungsmittel, die im konventionellen Anbau zur Erleichterung der Ernte eingesetzt werden, sind verboten. Das ist besonders wichtig, wenn die Baumwolle von Hand geerntet wird, denn so kommen die Pflücker nicht mit giftigen Chemikalien in Berührung.

 

Natürliche Schädlingsbekämpfung durch Nützlinge

Bevor geerntet wird, müssen Feld und Pflanzen gepflegt werden. Jeder Kleingärtner weiß, wie arbeitsintensiv der Anbau von Obst und Gemüse ist, wenn keinerlei chemische Pestizide eingesetzt werden und Schädlinge nur mit Nützlingen bekämpft werden dürfen. In der Kooperative in Kirgisistan, die u.a. die Baumwolle für unsere Denim Grey Schürzen produziert, werden die Bauern durch eine Nützlingszucht unterstützt. Wir haben uns das Projekt persönlich angesehen. Es handelt sich um ein kleines Institut, das nach europäischen Vorstellungen trotz bescheidener Ausstattung die Bauern bei der Bekämpfung von Schädlingen mit großem Know-how unterstützt. Dazu zählen die Beratung bei Schädlingsbefall und die Empfehlung von geeigneten Nützlingen, die im Institut gezüchtet werden. Die Bauern können die Nützlinge mitnehmen und auf dem Feld ausbringen.

 

Staatlich subventionierte Nützlingszucht

Die Nützlingszucht wird in Kirgisistan staatlich subventioniert, was den Einsatz natürlicher Schädlingsbekämpfung kostengünstiger macht als den Einsatz von Chemikalien. Ein großartiges Beispiel, das auch in anderen Ländern umgesetzt werden sollte. Durch die Nützlingszucht werden aber nicht nur die Bauern effektiv unterstützt - sondern auch wichtiges Wissen um die natürliche Schädlingsbekämpfung bewahrt und weitergegeben. Und wir alle können unseren Teil dazu beitragen. Das Umweltinstitut München e.V. schreibt, dass mit dem Kauf eines einzigen T-Shirts aus biologischer Baumwolle rund sieben Quadratmeter Anbaufläche vor Pestiziden und Kunstdünger bewahrt werden. Wir unterstützen diese Projekte und können gemeinsam mit unseren Kunden viel erreichen!

Fotos: KAYA&KATO