Vom Baumwollfeld in die Profiküche – wie unsere Denim Grey Kollektion entsteht

Mittlerweile ist unsere Denim Grey Kollektion in zahlreichen Gastronomien und Hotels im Einsatz. Der Stoff wird exklusiv für KAYA&KATO hergestellt und ist damit auch nur bei uns zu bekommen. Dank unserer Partner, die mit uns die gleiche Überzeugung hinsichtlich Transparenz und Nachhaltigkeit teilen, kennen wir die Herstellungskette und damit den Weg vom Baumwollfeld bis zum Endprodukt – was nicht nur wir, sondern auch unsere Kunden schätzen.

Der Anfang: Baumwolle aus Kirgisistan

Den Ursprung hat unsere Denim Grey Kollektion im Biobaumwollanbau einer Bauernkooperative in der Nähe von Dschalalabad, einem Ort im Westen der zentralasiatischen Republik Kirgisistan, über 5000 Kilometer von Köln entfernt. Die Bauern bauen dort Baumwolle im Fruchtwechsel mit Süßkartoffeln, Rettich, Kartoffeln, Mais und anderem Gemüse an. Der Biolandbau ist ein hartes Geschäft, denn der Einsatz von giftigen Chemikalien ist verboten. Um den Bauern die Arbeit zu erleichtern, betreibt ein kleines Team mit staatlicher Hilfe eine Nützlingszucht, die die Bauern bei der Bekämpfung von Schädlingen unterstützt. Ein wesentlicher Vorteil: durch die staatliche Hilfe ist der Einsatz von Nützlingen günstiger als der Einsatz von giftigen Chemikalien.

Nach sechs bis acht Monaten wird die Baumwolle dann von Hand geerntet und vor Ort entkernt und gesäubert. Das Ergebnis sind Fasern, die zu 220 kg schweren Ballen zusammengepresst werden. Übrig bleiben Baumwollsamen, die zu Baumwoll-Öl weiterverarbeitet werden. Zurück bleibt der sogenannte Presskuchen, der zu Tierfutter wird. Lediglich ein Drittel einer Ernte besteht aus nutzbaren Baumwollfasern.

Spinnen und Weben

Nach dem Entkernen geht die Biobaumwolle per Schiff oder Eisenbahn in Spinnereien nach Deutschland oder in die Türkei, wo die Baumwoll-Ballen maschinell zerpflückt und gereinigt werden. Aus den Fasern werden dann in einem speziellen Ringspinnverfahren Garne hergestellt. Das Verfahren bewirkt, dass die Verdrehung der Fasern durch das gesamte Garn hindurch perfekt ist und die daraus produzierten Gewebe hohe Qualität haben. Wenn dieser Arbeitsschritt abgeschlossen ist, gehen die Garne in die Weberei nach Tschechien, wo Webmaschinen den Stoff für unsere Denim Grey Schürzen produzieren.

Veredeln

Jeder Stoff wird auf die ein oder andere Art und Weise veredelt. Er wird gefärbt, gebleicht, bügelleichter oder knitterärmer gemacht. Unser Denim Grey Stoff wird in der Schweiz oder Deutschland veredelt. Bei Veredelungsprozessen kommen immer chemische Substanzen zum Einsatz. Auch wenn wir unsere Kunden immer wieder darauf hinweisen, dass beispielsweise Knitterfreiheit dadurch erzeugt wird, dass die Gewebe mit Chemie behandelt werden, wird auf die Eigenschaft von Seiten der Kunden nur ungern verzichtet. Um zu gewährleisten, dass bei diesem Prozess nur Mittel zum Einsatz kommen, die unbedenklich sind, erfolgt die Veredelung unserer Denim Grey Kollektion auf der Basis des international anerkannten Global Organic Textile Standard (GOTS). Der Standard stellt Listen zur Verfügung, auf denen die Mittel verzeichnet sind, die nach heutigem Wissen völlig unbedenklich sind. Jeder Hersteller eines Mittels muss die Freigabe für diese Positivliste beantragen und alle Rezepturen offenlegen. Der GOTS Standard berücksichtigt bei der Beurteilung beides, sowohl die gesundheitliche Unbedenklichkeit für den Menschen, der das Textil trägt oder es bearbeitet, als auch die Auswirkung auf die Umwelt bei der Verarbeitung.

Europa als Standort der Nähereien

Der letzte Schritt zur Denim Grey Kollektion ist das Nähen des Stoffes. Wir alle kennen die zum Teil sehr schlechten Bedingungen unter denen in Asien Textilprodukte genäht werden. Unsere Schürzen, Kochjacken, Hemden und T-Shirts werden zurzeit in Portugal, Tschechien und Deutschland genäht, wo gute Arbeitsbedingungen, gewerkschaftliche Organisation der Arbeiterinnen und Arbeiter, geregelte Arbeitszeiten, ausreichender Lohn und Urlaubstage gewährleistet sind. In Tschechien beispielsweise wurde vor wenigen Monaten die Gleitzeit eingeführt. Was für deutsche Verhältnisse normal klingt, ist andernorts ein gewaltiger Fortschritt zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Näherinnen profitieren davon, dass sie ihre Kinder in die KiTa bringen können, was bei einem Schichtbeginn um 6 Uhr morgens vorher nicht problemlos möglich war. Eine Entwicklung die wir gerne unterstützen und unsere Partner zu weiteren Schritten ermuntern.

Nach dem Vernähen der Stoffe kommen dann schließlich die fertigen Produkte zu uns nach Deutschland, wo eine letzte Qualitätskontrolle durchgeführt wird, und die Produkte in die Logistik kommen, von wo sie an unsere Kunden verschickt werden.

 

Autor: Stefan Rennicke, Mitgründer von KAYA&KATO GmbH

Fotos: Stefan Rennicke, Nina Gschloessl