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Bio-Baumwolle aus dem Nordwesten Ugandas

Kaum eine Geschichte hat uns in den letzten Jahren so fasziniert, wie die Geschichte der Gulu Agricultural Development Company (GADC) im Norden Ugandas. Fast 20 Jahre lang, bis ins Jahr 2006, herrschte in der Region Gulu zwischen der Lord’s Resistance Army (LRA) und der ugandischen Armee ein zäher Krieg. Während dieser Zeit zählte die Region zu den gefährlichsten Gebieten der Welt. Mittlerweile ist der Krieg vorbei und die Sicherheitslage stabil. Die Bauern sind auf ihre Länder zurückgekehrt.

Nicht zuletzt auch durch das Engagement von Personen wie Bruce Robertson, der 2009 in Gulu die Gulu Agricultural Development Company (GADC) gründete. Der Südafrikaner kaufte eine alte, vom Krieg schwer beschädigte Cotton Gin mit dem Ziel, Baumwolle zu reinigen und zu entkernen und dann in Ballen zu verkaufen. Mit Erfolg: Die GADC führt bis heute Klein- und Kleinstbauerm durch gezielte Schulungsmaßnahmen an den traditionellen Anbau heran, garantiert den Bauern eine Abnahme und zahlt faire Preise für ihre Produkte. Das Unternehmen hat mittlerweile 400 Mitarbeiter, fest Angestellte und Saisonarbeiter, und arbeitet mit ca. 80.000 Kleinbauern zusammen, die neben Baumwolle auch Sesam, Chilis, Mais und Sonnenblumen anbauen. Dies geschieht in ökologischer Landwirtschaft, ohne synthetische Pflanzenschutzmittel, Kunstdünger oder gentechnisch veränderten Pflanzen.

Im Oktober sind wir wieder vor Ort und besuchen die GADC. Aber das ist nicht der einzige Grund: Uganda hat in den letzten Jahren mehr als 1 Mio. Flüchtlinge aus dem Südsudan aufgenommen, die vor den dortigen Konflikten geflohen sind. Viele von Ihnen leben in der Region Gulu. Die Caritas Gulu hilft seit vielen Jahren bei der Integration, vermittelt bei Konflikten und fördert Bildungsmaßnahmen wie z.B. im Landbau. Wir werden uns gemeinsam mit Caritas Vertretern die Projekte ansehen.

Fotocredit: KAYA&KATO